Als Assad noch Verbündeter im Antiterrorkampf war

Assad war zwar schon immer Diktator, nach dem 11.9.2001 war er aber ein erst einmal ein wichtiger Verbündeter. Warum? Weil deutsche und amerikanische Sicherheitsbehörden Verdächtige nach Syrien schicken konnten. Diese Verdächtigen wurden dann sehr wahrscheinlich gefoltert. Einer dieser Verdächtigen war Mohammed Haydar Zammar. Dieser wurde noch 2001 in Marokko gefangen genommen, dann nach Syrien geschickt. Die ganze Geschichte hat der Spiegel hier schön aufgearbeitet und im Jahr 2014 auch spitz angemerkt das sich westliche Regierungen ja wohl kaum über die Praktiken von Assad beschweren können.

Doch bei aller Empörung in den Außenministerien in Washington, London oder Berlin: Auch westliche Geheimdienste haben jahrelang zugelassen, dass Terrorverdächtige in syrischen Gefängnissen gefoltert wurden, um dadurch von ihnen Informationen zu gewinnen. 2001 verschleppte etwa die CIA den deutschen Staatsbürger Mohammed Haydar Zammar mit Billigung deutscher Behörden von Marokko nach Syrien. Ermittler des Bundeskriminalamtes vernahmen den mutmaßlichen Qaida-Rekrutierer sogar in syrischer Haft.

Anfang 2014 wurde Zammar im Rahmen eines Gefangenenaustausches befreit. Verhandelt hat eine Al Kaida Nahe Truppe. Zwei Tage später verschwand er aber nach Rakka zum “Islamischen Staat”. Wir haben jetzt also einen deutschen Staatsbürger der sich bestens in Deutschland auskennt und für den Islamischen Staat arbeitet. Was das für Deutschland bedeuten kann, mag sich jeder selbst ausmalen. Ein weiteres Beispiel für das komplette Versagen der “Sicherheitsbehörden”.