Das Frauenbild der AfD – Replik an Anabel Schunke

Anabel Schunke veröffentlichte am 17. Mai 2016 auf rolandtichy.de eine längere Kritik am Parteiprogramm der AfD beziehungsweise an den Teilbereichen «Frauenbild» und «Familienpolitik».

So beschwert sie sich, das Parteiprogramm sei antiliberal, weil es den Rücksprung zur klassischen Familie fordert. Sie will aber alles: Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Eltern. Schunke fällt dann auch noch in den Verteidigungsmodus für die angeblich so erstrebenswerte jetzige Situation: Vollzeitjob, Kind in die Kita. Abends das Kind noch schnell befragen wie der Tag war, vor den Fernseher setzen und sich berieseln lassen, weil der Tag in der Firma durchaus erschöpfend ist. Das Kind wird inzwischen von anderen Kindern und Frauen in staatlichen oder kirchlichen Versorgungseinrichtungen aufgezogen und geformt. Das Kind hat in diesem Modell kein Recht auf die Zeit von Mutter und Vater, es wird zum Statussymbol degradiert. Wenn es überhaupt dazu kommt. Deutschland anno 2016 sieht doch eigentlich so aus, wie es schon der Film Idiocracy zeigte. Hier eine Szene daraus:

Hausfrau und Mutter sei ein Lebensmodell mit «Ketten». Sie will sich gerne verwirklichen und sieht es als elementar an das tun zu dürfen.

Eine ganz elementare Frage habe ich. Warum sind wir hier auf dieser Welt? Die Gründer USA haben das so für sich erkannt und entschieden. Ich zitiere aus der Präambel der Verfassung, die auch ein interessantes Zeitdokument ist.:

Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika.

Da steht nichts vom Glück der Freiheit für Horden aus aller Welt. Da steht, nach einem langen und harten Kampf um die persönliche Freiheit gegen die Herrschaft der Krone: Für uns selbst und unsere Nachkommen. Darum haben die das alles auf sich genommen.

Sehen wir uns an, wo wir stehen und woher das alles kommt. Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate der Welt. Hier wird sich verwirklicht. Am Abend steigt man dann in sein neues Cabrio und fährt, will man es besonders gut machen, in die nächste Flüchtlingsunterkunft und hilft im Helferkreis Asyl. Man bezahlt 70% Steuern und Abgaben. So lange es noch für das lange Wochenende in den Bergen reicht, ist alles ok. Der großartige Mark Steyn beschrieb den Wahlkampf Merkel / Schröder aus der Sicht von außen, als Kanadier. Eine kinderlose Frau besiegte einen kinderlosen Mann. Zwei Menschen, die keine Aktien in der Zukunft dieses Landes haben. Welche Politik war daraus zu erwarten?

Der Grund für die Abkehr von den «Ketten» liegt zuerst einmal im Wahlrecht der Frauen, darauf folgte die Einführung des Sozialstaates. Jetzt werden viele aufschreien, aber es ist Realität. Am besten einfach die Daten der Einführung des Frauenwahlrechts in europäischen Ländern ansehen und mit der Einführung des Sozialstaates vergleichen. Es liegt, mit Ausnahmen, sehr eng zusammen. Nun will ich den Frauen nicht das Wahlrecht absprechen, sondern über die Konsequenzen schreiben. Durch die Einführung des Sozialstaates brauchten die Frauen keinen «Ernährer» mehr. Außerdem standen sie damit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und produzierten damit mehr Güter und mehr Steuern. Es gibt immer die Möglichkeit auf den Sozialstaat zurückzufallen, sollte der «Ernährer» sterben oder schlicht langweilig werden. Es war auch nicht mehr so wichtig den «Richtigen» zu finden oder genügend Kinder für die eigene spätere Versorgung in die Welt zu setzen. Die so genannte Selbstbestimmung der Frau wurde gekauft oder besser subventioniert durch die Abgaben die alle Bürger bezahlen müssen. Und da es tendenziell mehr Frauen als Männer gibt, weitet sich der Sozialstaat immer weiter aus, weil Frauen zum größten Teil dafür stimmen. Außer die Frauen sind Hausfrauen, dann sind sie eher konservativ, weil ja dann das Gehalt des Mannes durch die Abgaben weniger wird.

Politiker, praktisch aller Parteien, finden das eigentlich ganz praktisch, denn ein Schrumpfen des Staates hat noch keine Partei hinbekommen. Es wird, ganz im Gegenteil, kräftig ausgebaut. Dann gibt es auf einmal über 90 Milliarden Euro für «Flüchtlinge» die für unproduktive Jobs ausgegeben werden. Was wäre, wenn man dieses Geld in eine nationale Bevölkerungsentwicklung investiert hätte?

Junge Frauen werden sich nicht wieder zurückentwickeln. Akademikerinnen erst recht nicht. Die Entwicklung tendiert eher dazu, dass Frauen immer mehr Wert auf ihre berufliche Selbstverwirklichung und Gleichstellung legen.

Zuerst müssen wir Festellen, das diese ganze Schwemme an angeblich so toll ausgebildeten Menschen zu immer größeren Problemen führt. Wir haben zu viele davon. Eine der Ursachen ist, siehe oben, der Sozialstaat, mit dem Seitenarm «Frauenförderung» und «Frauenquote».

Dann folgt ein weiterer Aspekt der Misere. Wie der Biologe Professor Kutschera feststellte:

Hoch qualifizierte Frauen sind nicht bereit dazu, jetzt einen unterprivilegierten Mann zu heiraten. Sie sind sogar oft genug dazu bereit, den Mann als Vater ihrer potenziellen Kinder zu akzeptieren, der wegen der Quote Rausgefallen ist. Das heißt. Frauen suchen immer Männer, die gleich oder höher qualifiziert sind. Nur das Problem ist, wenn jetzt eben die höher dotierten Stellen von Quotenfrauen belegt sind, dann fehlen diese noch höher qualifizierten Männer. Das heißt, die hoch qualifizierten Möchte-Gern-Alpha-Weibchen sterben alle kinderlos ein.

Es ist schlicht und ergreifend Fakt das es für die gesunde Entwicklung eines Kindes am besten bis zu Einschulung von den Eltern betreut wird. Und das bedeutet nicht das Kind sich selbst zu überlassen und nebenbei auf RTL das Nachmittagsprogramm zu gucken. Beide Eltern müssten sich intensiv mit den Kindern beschäftigen, mit ihnen sprechen, spielen und entdecken.

Am Schluss geht Schunke dann noch auf die Problematik der Abtreibungen ein. Zuerst einmal wurde der Kampf für das Recht und Abtreibung sehr stark von linken Kampflesben wie Alice Schwarzer und Co geführt. Menschen also, die quasi ihrer Neigung wegen kinderlos bleiben und blieben. Der selten dämliche Spruch der dabei gerne lautstark gebrüllt wird ist «Mein Körper gehört mir!». Worauf ich gerne Rückfragen würde: «Und was ist mit dem Körper des Menschen, der in dir wächst, Dummerchen?»

Tatsächlich ist die Entscheidung für eine Abtreibung ein persönliches Schicksal und eine Tragödie. Wir können sie nicht verbieten, sonst kommen die Engelsmacherinnen zurück. Geben wir es völlig frei, ohne Limit, in welchem Monat eine Frau ist… nun ich will darüber gar nicht nachdenken, sonst muss ich mich übergeben.

Was ich damit sagen will: Was ist verkehrt daran, Leben zu zelebrieren und das Lebensrecht? Die AfD will Abtreibungen nicht verbieten, so wie ich es lese, will sie die Quote verringern. Sind 100.000 ausgelöschte Leben im Jahr nicht grausam genug?

Ich verstehe auch die Kritik an der grundsätzlichen Ausrichtung für eine lebensbejahende Politik nicht, verweist die Autorin doch auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1993. Das ist keine «Moralisierung» sondern hat etwas mit Würde und Recht auf Leben zu tun.

Liebe Frau Schunke, die AfD raubt ihnen gar nichts. Selbst wenn die AfD in Regierungsverantwortung wäre und eine Mehrheit hätte, könnte sie keine «Frauen an den Herd ketten». Sie könnte aber Weichen stellen und falsche Anreize beseitigen.