Das Jamie-Lee ESC Disaster

Zuerst die Feststellung: Ich guck dieses ESC nicht. Ganz schlimme Musik, ganz üble politische Untertöne. Hauptsächlich geradezu grausame Musik. Ich glaube die meiste Musik, die da läuft, verstößt gegen die UN-Antifolterkonvention. Aber genug mit den Kalauern.

Das Mädel hat also verloren und alle fragen sich WARUM?! Haben uns die anderen nicht mehr lieb? Dabei ist Deutschland doch sooooo beliebt in der Welt und in Europa?

Nun gibt es eine Theorie. Es lag an der Kleidung! Jawoll!

Der in der ARD für den ESC verantwortliche Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber suchte den Grund nun im ungewöhnlichen Outfit Jamie-Lees nach dem Stil japanischer Manga-Comics.

Blödsinn, oder? Oder kratzt er da an etwas? Die Musik der anderen Kandidaten ist auch nicht besser, simple Mainstream Popsoße. Der ESC ist ja neben einem Musikwettbewerb auch – so denke ich – eine Repräsentation der Kultur der mitmachenden Kandidaten. Welche Kultur repräsentierte also «Jamie-Lee». Für den Namen kann sie erst mal nichts, den haben ihre anscheinend die Eltern gegeben. Singen tut sie auf Englisch. Angezogen ist sie wie eine Karikatur der japanischen Kultur. In den USA nennt man diese Leute «Weeaboos». Da Jamie-Lee aber nach eigener Aussage sehr an Korea interessiert ist, ist sie dazu wohl noch als «Koreaboo» einzuschätzen.

Saturday Night Live, die legendäre Samstagabend Show in den USA hat das Phänomen der Weeaboos in mehreren Sketchen gewürdigt.

 

Warum sind junge Menschen dermaßen an Japan und Korea interessiert? Könnte es etwas damit zu tun haben, das diese homogenen Kulturen sehr attraktiv wirken? Vielleicht ein unterschwelliger Wunsch, in so einer Kultur leben zu können. Wenn schon die eigene Kultur immer weiter verschwindet und durch Beliebigkeit ausgetauscht wird.

Tipp an die die deutschen ESC Vertreter: Such euch einen Kandidaten oder eine Kandidatin mit einem deutschen Lied in traditioneller Tracht. Da würdet ihr zumindest Respekt bekommen.