Snowden ist (k)ein Russen-Agent

In der «Bild» durfte wieder mal «John R. Schindler» seine Theorien zu Edward Snowden verbreiten. Das ist der Typ, der gehen musste, weil er Bilder seines Penis durch die Gegend schickte. Jetzt darf er Paranoia in Bild verbreiten.

Ein westlicher Geheimdienstmitarbeiter, dem in Russland Zuflucht gewährt wird, wird seinen Gastgebern alles mitteilen, was er weiß – da gibt es nichts zu diskutieren.

So wie auch Geheimdienstmitarbeiter die amerikanische Botschaften betreten. Auch saugt die NSA, so ganz ungefragt und ohne Kontrolle, alles an Daten ab die sie bekommen können. Da gibt es nichts zu diskutieren.

Da Wikileaks selber eine mehr oder weniger offene Fassade des Kreml ist

Wer braucht schon Beweise. Tatsache ist, das Wikileaks sehr viele Sauereien der Amerikaner veröffentlicht hat. Zeigt das nicht, das die USA den Informationsfluss in ihren Diensten nicht unter Kontrolle haben?

Niemand aus westlichen Geheimdienstkreisen, den ich kenne, glaubt an Snowdens Unschuld. Falls er nicht mit Russlands Sonderdiensten zusammengearbeitet haben sollte, wäre er der erste Überläufer seit 1917, der dies nicht getan hat.

Ich glaube, der steckt in den 80ern fest, da er Russland mit der UdSSR gleichsetzt. Interessant.

Vergangenen Monat sorgte Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, für Aufruhr, als er behauptete, Snowden sei in Wirklichkeit wahrscheinlich ein russischer Agent

Der Dienst ist nicht mal in der Lage irgend etwas konstruktives in Sachen NSU und NSA Aufklärung beizutragen, ist für das Inland zuständig, wie soll der Wissen, was ein Snowden im Ausland tut oder tat.

Der Präsident des BND, Gerhard Schindler, ging sogar noch weiter und bezeichnete Snowden BILD gegenüber als „Verräter“. Schindler behauptete: „Er ist zum Spielball des FSB geworden, und das ist alles andere als gut“.

Der BND wusste eigentlich noch nie, was im Osten abläuft, Gehlen hatte sich mit angeblichem Wissen wegen «Fremder Heere Ost» einen gemütlichen Posten in der neuen Bundesrepublik gesichert.

Bei dem FSB handelt es sich um den föderalen Sicherheitsdienst, Russlands mächtigen und anrüchigen Inlandsgeheimdienst. Derlei Behauptungen sollten eigentlich keinen Anlass zur Kontroverse geben, da sich Snowden seit drei Jahren in Russland aufhält und keinerlei Anzeichen macht, Putins Schutz zu verlassen.

Wo Geheimdienst draufsteht, da stinkt es. Wo soll der Snowden auch hin? Nach Deutschland? Nein, wir lassen 1.5 Millionen Menschen einfach so über die Grenze wandern, ein Snowden wäre sofort verhaftet worden und an die Freunde aus Übersee ausgeliefert worden.

Jedoch tat sich Snowden selber keinen Gefallen, als er plötzlich in fließendem Deutsch twittern konnte – einer Sprache, die er über Nacht gelernt zu haben schien.

Wie dumm kann man sein? Snowden kennt inzwischen sehr viele Leute. Wohl auch Deutsche. Ist es so schwer vorstellbar, das ihm jemand den Text für diesen Tweet geschickt hat?

Nun hat der Kreml die Frage ein für allemal geklärt, indem er verlautbaren ließ, Edward Snowden arbeite in der Tat für ihn

Ne hat er nicht. Es kam eine Aussage, die ein Problem für Snowden ist. Natürlich eine miese Taktik. So kommt der nicht mehr raus. «Seinen wir ehrlich. John R. Schindler hat ein Bilde seines Penis verschickt. Jetzt müssen wir uns fragen, ob er jemals charakterlich in der Lage war als Professor zu lehren.» Das war jetzt auch mies.

Ein Grund dafür mag Snowdens jüngste, lauwarme Kritik über Twitter an Russland harten neuen Gesetzen zur Überwachung im Inland sein.

Genau, am besten die Leute anpöbeln die einen nicht in den Gulag werfen. Woher soll er auch mehr als lauwarme Kritik äußern, schließlich konnte er die illegale, krasse Überwachung der NSA besser einschätzen, Original Dokumente hatte und dort gearbeitet hat.

In Wahrheit war Snowden niemals besonders gut über die amerikanischen Geheimdienste informiert. Im Gegensatz zu den Mythen, die er und seine Fürsprecher verbreitet haben, war er bloß ein IT-Systemadministrator. Snowden war niemals ein richtiger Spion. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass er das meiste von dem, was er der NSA gestohlen hat, überhaupt richtig versteht.

Der lächerlichste Dödel Absatz im ganzen Artikel. Er war «bloss» ein Systemadministrator. Nun, er hatte Zugriff auf XKeyscore. Er hatte Zugriff auf eine Million Artikel und Dokumente im NSA Netz. Ein Systemadministrator hält das ganze Netz und die Endgeräte zusammen. So einer hat den Gesamtüberblick. Der muss wissen, welche Komponenten miteinander kommunizieren. Ich war Sysadmin. Da spricht die Verachtung aus diesem Schindler. Die blöden Netzaffen werden das schon irgendwie hinbasteln.

Man kann nur hoffen, dass niemand auf diesen «Experten» hört.